Hafen Kiel

Junge, lass mich da ma ran

„Heimatland. Junge. Der Kalle hat mir schon gesagt, dass wir heute zusammen die Schweden schrubben. Und ich bin Jo oder Jojo, wenn de wat willst.“ Ich zwinker ihm zu und er läuft rot an. Im Rausgehen wirft Kalle mir noch einen mahnenden Blick zu. Als wenn ich mit dem Streichholz irgendwas schrubben könnte.

rote Rosen soll es regnen

be my valentine

Der Weg nach Hause zieht sich, wie eigentlich jeden Nachmittag. Die B1 ist vollgestopft, und bei Grün kommt gefühlt, nur ein Auto über die Ampel.
„Trödel doch nicht so!“ Brülle ich meinen Vordermann an. Er fährt über die grüne Ampel und lässt mich vor dem roten Signal stehen. Nervös kratze ich meinen Unterarm. Der Ausschlag, der sich dort vor einer Woche gebildet hat, wird immer größer und kleine Hautschüppchen lösen sich von meinem Unterarm. Ich sollte dringend zum Hautarzt, kommt es mir in den Sinn, während ich die Ampel fixiere.

Flurgespräche, die mich nichts angehen

Flurgespräche, die mich nichts angehen

Ich sitze vor dem Fernseher und möchte fern sehen. Nach einigen Minuten merke ich, die Ferne, die mir der Fernseher zeigen möchte, ist nicht besonders schön. Da hilft nur noch ein Power Nap. Ein Power Nap, welches so oder so in einem langen Mittagsschläfchen ausarten wird. Nach langer Arbeit an einem Montag ist so oder so nichts mehr zu retten.

writing friday

Postgeflüster

Ich bin endlich angekommen, nach langer Reise. Ich habe einen ordentlichen Knick an einer Ecke und mein weißer Umschlag hat Flecken und Staub abbekommen. Obwohl ich erst vor ein paar Tagen in den Briefkasten eingeworfen wurde, kommt mir meine Reise wie eine Ewigkeit vor…

Besinnlichkeit

Besinnlichkeit

Besinnlichkeit, findet sich nicht auf lauten Weihnachtsmärkten.
Nicht, zwischen teuren billigem Glüh-und Klebrigwein.
Auch nicht unter Konsum und Kommerz, verpackt in ressourcen- verschwendeten Geschenkpapier.

Grenzüberschreitung

Grenzüberschreitung

Der rote Metallzaun, gesäumt mit Stacheldraht, ragte hoch und unüberwindbar in den Himmel. Der Himmel war hellblau, mit weichen Wolken behangen und bildete einen harten Kontrast zum Grenzzaun. Gonzales zog mit großen Schritten, seine Runde am Zaun. So nannten seine Kameraden und er, die Grenze. Allerdings nur, wenn kein Vorgesetzter in der Nähe war. Vor Besagten nahmen sie ihren Job als Grenzer ernst. Trugen die unbequeme, matschfarbende Uniform mit stolz und polierten die schweren Stiefel mit einem Lächeln im Gesicht.

alte Wege

Alte Wege

Verändert hat sich hier nichts, nur Du dich. Es sieht hier aus, wie Du es verlassen hast.

Eine kleine Feldstraße, in einem kleinen Vorort. Der Weg, immer noch mit den gleichen Schlaglöchern geziert.

Die Stadt hat keinen Auftrag vergeben, damit die Schlaglöcher gefüllt werden. Vielleicht ist dieser Weg noch nicht einmal bekannt.