Poetry Slam

kalter Kaffee am Dortmunder Hauptbahnhof

Stehe am Bahnhof, am Bahngleis, vor Bahnschienen.

Mein Kaffee ist kalt, meine Hände immer kälter, eine Zugdurchfahrt bringt noch mehr Kühle.

Die Zeit, ist eingefroren,
meine Gedanken, noch mehr verworren,
die Geduld, habe ich schon lang verloren.

Freitag ist freier Wartetag, schon seit Monaten.

Doch dann überschlägt es sich,
eine Taube landet auf dem Gleis und überlegt es sich,
will doch nicht überfahren werden.

Der junge Schaffner ist überfragt,
beruhigt eine Omma, weiß nicht wie man sagt,
wenn der Zug verspätet ist.

Ein Pfandsammler fluchend übersteht,
den kalten Bahnsteig, weil es nicht anders geht,
auf der Suche nach weiteren Flaschen.

Und plötzlich, stehst Du vor mir.
In der Hand unser Kuscheltier,
mein Missmut vertrocknet binnen Sekunden, weil dein Gesicht soviel Wärme ausstrahlt,
vergessen, deinen bekannten vier-Tage-Hannover-Aufenthalt.

Bin überglücklich über unser Wiedersehen,
muss widerstehen,
dich nicht stürmisch mit mir im Kreis zu drehen.

Alles vergessen, wieder gut und warm,
während ich dich hab, fest gedrückt in meinem Arm.
Deine Haare riechen nach Sommer, geht es mir durch den krausen Kopf,
und ich vergrabe mich deinem lockeren Zopf.

Alles perfekt, solange du bei mir bist,
bis wieder Sonntag-Abend ist.

Ich, dich dann wieder zum Bahnhof bringe,
mich zu einem falschen Lachen zwinge.
Du, mit unserem Kuscheltier in den Zug steigst,
deine Wärme von mir weicht
und langsam nach Hannover schleicht.

Zurück bleiben ich, Zweifel und Fragen.

Wird dir nachher in Hannover,
am Bahnhof,
auch jemand ich liebe dich sagen?

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